Neun Monate nach der Katastrophe von Fukushima wurde jetzt ein Untersuchungsbericht veröffentlicht, der schwere Vorwürfe gegen die japanische Regierung und den AKW-Betreiber Tepco erhebt.
Festgestellt wurde in dem Bericht einer unabhängigen Kommission, dass sowohl Tepco als auch die zuständigen Behörden auf eine solche Katastrophe vollkommen unvorbereitet gewesen sind. Während die Betreiberfirma Tepco selbst behauptete, keine Fehler im Umgang mit dem Unglück gemacht zu haben, trägt der Atomanlagenbetreiber gemäß dem Untersuchungsreport die Verantwortung für die Katastrophe. So sei die Reaktion auf das Unglück unkoordiniert gewesen und die Kommunikation mangelhaft, da Tepco wichtige Informationen zu spät an die japanische Regierung geleitet habe. Noch heute lassen die Informationen der Regierung noch einige Fragen offen.
Obwohl es massive Kritik an der spärlichen und manipulativen Berichterstattung von Tepco gab, übernahm die japanische Regierung selbst vor Ort nicht die Verantwortung für den Kampf gegen die Katastrophe und überliess dies Tepco. Auch hinsichtlich der Evakuierung wurde der Regierung Versagen bestätigt. So wurden Bewohner einiger Gegenden, die ihre Häuser verlassen sollten, in Regionen gebracht, in denen die radioaktive Belastung nach der Katastrophe sogar noch höher war. Bis heute versucht die japanische Regierung sowie Tepco den Eindruck zu erwecken, sie hätten die Katastrophe im Griff.
Klar ist, dass in Fukushima vier Reaktoren betroffen waren und u.a. viel Radioaktivität ins Meer eingeleitet wurde, doch bis heute ist nicht klar, was in Japan genau passiert ist. 16.000 Tote und noch immer 4000 Vermisste, das ist nur ein Teil der in Zahlen zu gießenden Folgen der Tragödie, die sich am 11. März diesen Jahres ereignete. Ein Seebeben der Stärke 9,0 verursachte Monsterwellen von bis zu 23 Meter Höhe und verwüstete zehntausende Häuser, ganze Städte und Landstriche und die so ausgelöste Atomkatastrophe hinterlässt eine Region möglicherweise noch hunderte Jahre praktisch unbewohnbar.
Was in anderen Teilen der Welt daraufhin passierte, war eine starke Diskussion über die Atomenergie und deren Beherrschbarkeit – mit der Folge, dass in Deutschland und der Schweiz eine Energiewende geschah mit dem Beschluss, aus der Atomenergie mehr oder weniger rasch komplett auszusteigen. Andere Länder – wie Frankreich, Tschechien oder die USA – hingegen zogen keine Konsequenzen aus Fukushima und bauen weiter auf Atomenergie.